Liebe Gemeindemitglieder,
manche halten unsere Zeit für wenig religiös, ja gottfern. Ich mag in dieses Klagelied nicht einstimmen. Es gibt auch in unserer heutigen Gesellschaft vielfältige Ahnungen von Gott. Selbst ein so daher gesagter Satz wie „Irgendwas wird’s schon geben“ drückt den Verdacht aus, dass unser menschliches Leben sich nicht erschöpft im Biologischen, Naturhaften, Sichtbaren. Manche streben nach Be­weisen des Göttlichen und suchen ihn in esoterischen Zirkeln, andere wollen ihn erfahren in „Klöstern auf Zeit“, in Meditation und Stille, im Gottesdienst und Gebet. Doch hinter all diesem Suchen steht das Problem: Nach wem suchen die Menschen? Gott? Ist er nicht der große Unbekannte, der Unvorstellbare, der Heilige, das unaussprechliche Geheimnis? Laut Bibel dürfen wir uns kein Bild von ihm machen; wir dürfen uns Gott nicht vorstellen. Wie aber können wir nach jemanden suchen, von dem wir keine Vorstellung haben dürfen? Vielleicht ist hinter all dem Suchen des Menschen ganz unbewusst die Hoffnung verbunden: Gott möge sich so finden lassen, dass wir von seiner Unendlichkeit und Allmacht nicht erdrückt und von seiner Heiligkeit nicht beschämt werden. Er möge sich so finden lassen, dass wir ihn aufnehmen können. Er, der Unvorstellbare, möge uns doch eine Vorstellung von sich geben, damit wir ihn finden können.
Und da stehen wir an Weihnachten an der Krippe, in der ein Kind liegt. „Immanuel“ wird es genannt, „Gott mit uns“. Nur so, in einem Kind, kann der Mensch Gott annehmen. Gott musste sich um unsertwillen so klein machen. Deshalb erkennen ihn auch zunächst nur die Kleinen, wie die Hirten auf dem Feld.
Gott lässt sich finden und lässt sich von uns empfangen und aufnehmen.
So wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest.


Ihr Pfarrer Franz Langstein

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